Kindergarten St. Martin
In der aktuellen Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Sport war der Antrag eines Betriebskindergartens auf Aufnahme in den Bedarfsplan der Stadt Nienburg zentrales Thema. Dabei kritisierte die SPD-Fraktion die Verwaltung wegen fehlender Informationen über die bisher geführten Gespräche mit dem Antragsteller.
Daneben war die Arbeit der Freiwilligenagentur Thema im Ausschuss.
Die Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Sport wurde diesmal von der stellvertretenden Vorsitzenden, Cornelia Feske, geleitet.
Die KITAVIS, eine Tochter der FAA Bildungsgesellschaft, hatte die Aufnahme eine Krippengruppe und einer altersübergreifenden Kindergartengruppe in den Bedarfsplan der Stadt Nienburg, was eine Bezuschussung durch die Stadt zu Folge hätte beantragt.
Eine Vertreterin von KITAVIS hatte am Vorabend der Ausschusssitzung in der SPD-Stadtratsfraktion die Entwicklung des Antrags über eine Bedarfsanalyse bei Nienburger Unternehmen und Institutionen (u. a. Mittelweser Kliniken und Polizei) sowie die daraus resultierende Entwicklung eines Betriebskindergartenkonzepts mit besonders langen Öffnungszeiten dargestellt. Bei der Vorstellung zeigte sich, dass die Organisation schon im Jahr 2011 mit der Stadtverwaltung Gespräche über die Idee geführt hatte und im Frühjahr 2012 (Ende Mai) den Antrag, der jetzt behandelt werden sollte, eingereicht hatte.
Bereits 2006 hatte die SPD-Fraktion das Ansinnen der Fa. Chr. Hansen für die Einrichtung eines Betriebskindergartens unterstützt, was aufgrund der damaligen Platzzahlen und Kostensituation gescheitert war.
Die Fraktion begrüßte das Angebot und sieht durch die Bedarfsermittlung des Anbieters ihren Ratsantrag „Kinder sind Nienburg mehr wert“, der u. a. die Forderung nach längeren Öffnungszeiten und die Öffnung von einzelnen Kindertagesstätten auch in Ferienzeiten beinhaltet, bestätigt.
„Die Kinderbetreuung ist ein wichtiger Faktor für die Sicherung des Wohn- und Gewerbestandorts Nienburg,“ betonte Klaas Warnecke in der Diskussion.
Zugleich kritisierte Warnecke, dass die Verwaltung den Ausschuss nicht im Vorfeld über die Bestrebungen für einen gemeinsamen Betriebskindergarten informiert hatte. Er verwies darauf, dass man erste Informationen zumindest in nicht öffentlichen Sitzungen hätte geben können. Des Weiteren sei der Antrag im Frühjahr (Ende Mai 2012) eingegangen, aber man habe im Oktober Anbauten an bestehenden Kindertagesstätten für die Schaffung zusätzlicher Krippenplätze beschlossen, die den städtischen Haushalt belasten, obwohl es durch das neue Angebot eine andere Lösung hätte geben können.
Cornelia Feske wies darauf hin, dass längere Öffnungszeiten zwar die Flexibilität erhöhen sollen, dass aber die Dauer des Aufenthalts eines Kindes in der Kita nicht pädagogisch sinnvolle Grenzen überschreiten darf.
Letztendlich beschloss der Ausschuss die Entscheidung zu vertagen und nach Klärung der offenen Fragen, die durch die Abarbeitung des SPD-Ratsantrags bearbeitet werden, sich erneut mit dem KITAVIS-Vorhaben zu befassen.
Im Ausschuss wurde auch über die Arbeit der Freiwilligenagentur, die von Stadt und AWO betrieben wird berichtet. Sabine Hartung begrüßte das Engagement in der Fraktionsdiskussion und betonte, dass dieses Angebot eine gute Möglichkeit zur Schaffung von neuem ehrenamtlichen Engagement sei.