In der SPD-Stadtratsfraktion zeigte sich beim Erhalt der Vorlagen für die kommende Sitzung des Ausschusses für Jugend-, Soziales und Sport deutliche Verärgerung.
Anja Altmann, schulpolitische Sprecherin der Fraktion, berichtete, dass die Verwaltung trotz zweier Vertagungen in den vergangenen Wochen keine Antworten auf die offenen Fragen zur Ganztagsschulbetreuung in den Grundschulen dargestellt habe, so wie es die SPD gefordert hatte. ?Uns ist es wichtig, dass die Ganztagsschule ein Erfolg wird. Jahrelang haben wir davon gesprochen, dass die Nachmittagsbetreuung in die Schulen gehört. Daher müssen Probleme, die jetzt erkennbar sind, auch geklärt werden,? betonte Anja Altmann.
IVor einigen Wochen sah es noch so aus, dass in der Grundschule am Bach zu einem Losverfahren bei der Vergabe der Ganztagesplätze kommen könnte, berichte Klaas Warnecke, Mitglied im Jugendausschuss. Daher hatte die SPD den Antrag auf eine Verlängerung der Schulkindbetreuung gestellt, um die fehlenden Plätze aufzufangen. Glücklicherweise hat die Schule es geschafft für alle Kinder ein Angebot auf die Beine zu stellen, wofür man den Organisatoren an der Schule dankbar sei, wie Warnecke weiter betonte.
Erste Befürchtungen, es könnte in der Alpheide zu ähnlichen Problemen kommen, bestätigten sich nicht. Schwieriger zeigte sich hier die Frühbetreuung, was zusammen mit dem Sprotteverein und dem Projekt ExWoSt gelöst werden konnte, erläuterte Sabine Hartung, ebenfalls Mitglied im Jugendausschuss.
Leider habe sich gezeigt, dass hier in Niedersachsen nur von Montag bis Donnerstag eine Ganztagsbetreuung angeboten werden könne. Dies bedeute, dass am Freitag um 13.00 Uhr Schluss in den Schulen sei. „Dies ist wirklichkeitsfremd,“ meinte Anja Altmann,“ denn viele Eltern arbeiteten schließlich auch am Freitag. Sollen diese dann ihren Job aufgeben, weil es im Gegensatz zum Kindergarten und der bisherigen Schulkindbetreuung in Nienburg kein Angebot am Freitag bis 15.00 Uhr gibt?“
Klaas Warnecke erklärte, dass man die Verwaltung gebeten habe bis zur kommenden Ausschusssitzung zu klären wie man die Freitagsbetreuung organisieren könne und wieviel dies kosten würde. Wenn keine Lösung mehr bis zum Schuljahresbeginn möglich sei, dann bliebe nur eine Verlängerung der Schulkindbetreuung für das kommende Schuljahr. Damit könnten Eltern, die auf jeden Fall eine Freitagsbetreuung benötigten, ein Angebot gemacht werden und es gebe mehr Zeit um eine vollständige Betreuung in der Schule zu entwickeln. Letzteres sei nur zweitbeste Möglichkeit betonte Warnecke: „Aber wir können nicht aus Prinzip die Eltern im Regen stehen lassen.“
„Aber in den Vorlagen der Stadtverwaltung finde sich keine Vorschläge,“ berichtete Sabine Hartung, „Es wird nur abgelehnt, weil im Haushalt natürlich kein Ansatz vorhanden ist. Nur dafür hätte sich eine Lösung gefunden, wenn man gewollt hätte.“
Die SPD will die Ganztagsschule zum Erfolg führen und hofft, dass die Verwaltung doch noch Vorschläge macht, die zu eine Verbesserung der Lage führen.